20. Juli 2026

Experimentelles Landschaftstheater

Probenbeginn am 22. Juni – Premiere am 5. & 6. Juli

Wie erzählt man Klima auf dem Theater? Heute, mitten im Anthropozän und mit der Bürgerpflicht, dabei so wenig wie möglich Klimagase zu emittieren? Mit welcher Ästhetik geht man das an? Im Anthropozän verschwindet die Trennung von Natur und Mensch, von stabilem, fast unbeweglichem Objekt und dem gestaltenden, Raum- und Ressourcen ergreifenden Subjekt Mensch – in Gestalt einer durch privates Eigentum gesteuertes gesellschaftliches Wirtschaften. Die Natur wird zur Ökologie (oder zu GAIA) und nimmt dieses menschliche Gehabe mit auf, integriert es. Die Folge ist, dass diese hyperkomplexe und independente Beziehungskultur, die in ständiger Veränderung ist, schlicht undarstellbar, nicht erzählbar ist. – Wir haben, in einer transdisziplinären Gruppe keine Lösung gefunden. Aber wir haben Annäherungen vorgeschlagen, mit Texten unterschiedlicher Autoren an differenten Orten in der Landschaft mit teils spürbarer Umkehr dessen, was Subjekt und was Objekt ist. Bruno Latour und Ursula Le Guin gaben Stichworte (Konzeptentwicklung: Jens Schmidl, Joachim Borner).

Unter der Regie von Jens Schmidl und der Ausstatterin Alexandra Pommerenig spielten Christine Knispel, Andreas Sindermann, Matthias Horn, Morice Wekherlin. Die Musik kam von Christoph Dahlberg. Es klatschten u.a. die Teilnehmenden des Symposiums Klimaerzählen im Theater und soziokulturelle Zentren in MV. Die Inszenierung wurde aufgezeichnet.