Mit anderen Augen: Flüchtlingsgespräche, heute

Im Rahmen des Programms Kultur macht stark plus des BMBF macht das KMGNE ein Radioprojekt mit jungen erwachsenen Geflüchteten. Ziel ist die Vermittlung von Kenntnissen der Radiopropduktion und die Konzeption, Entwicklung und Produktion von Kurzhörspielen, die thematisch als Selbstverortung und Erschließung des Sozialraums der Geflüchteten angelegt sein werden.

Das Projekt Kultur macht stark plus soll in bundesweiten Veranstaltungen mit Hilfe von Kunst und Medieneinsatz den Teilnehmenden Medien- und Demokratiekompetenz vermitteln und somit die Persönlichkeit durch Selbstwirksamkeitserfahrung stärken. Die Ergebnisse sollen unter Nutzung von internetgestützten Medien präsentiert und reflektiert werden.

Die Willkommenskultur für Flüchtlinge ist langfristig in eine Kultur des Miteinander überzuleiten. Dabei geht es weniger um eine Angleichung der Neuen an eine „deutsche“ Norm, sondern um die Herausbildung einer Migrationsgesellschaft, in der es mehr um Interkultur als um Multikulti geht, wie es der Journalist und Migrationsforscher Mark Terkessidis bezeichnet hat (2010). Hierbei wird eine Übergangsphase entstehen, die Geflüchtete vor die Herausforderung stellt, mit Verunsicherungen zurecht zu kommen, die sie begleiten, wenn sie in ihrem Leben, wie andere Menschen auch, ‚wieder‘ alltäglichen Gewohnheiten nachgehen möchten.

Für junge Geflüchtete in einer Flüchtlingsunterkunft in Berlin bieten sich besondere Chancen und
Herausforderungen. Die Metropole lädt zum Erkunden ein, doch kann man in all der sich bietenden Vielfalt auch leicht die Orientierung verlieren. Was für Zugezogene im Allgemeinen gilt, trifft auf Flüchtlinge, die sich hier eine ganz neue Existenz aufbauen wollen, umso mehr zu. Sich daraus ergebende Erlebnisse und Erfahrungen werden in ihrer Vielfältigkeit und Widersprüchlichkeit zu sprachlichen und Selbstverortungen in Form von Geschichten.

Mit dem Radiosender Multicult.fm und der Initiative Kreuzberg hilft führt das KMGNE ein Projekt durch, in dem Bertolt Brechts Idee vom Radio als Kommunikationsapparat ernst genommen und die Erschließung der Umwelt in Berlin (Kreuzberg, Neukölln) mit der Erfahrung der Welt der Klänge verbunden wird. Produziert werden 4 narrative Minihörspiele von 1-3 Minuten Länge, in denen die jungen erwachsenen Geflüchteten über ihre Erfahrungen in ihrem Sozialraum erzählen. Dabei bewegen wir uns entlang folgender Leitfragen: Wie verschieden ist Berlin und wie kann ich mich als Geflüchteter in dieser Vielfältigkeit verorten? Wie kann ich „meine“ Ecke finden? Wo kann ich mich andocken und was kann ich einbringen? Was brauchen die Anderen, die „Deutschen“ von mir?

 

Laufzeit: 09/2017 - 12/2017

Kooperationspartner:

Multicult Radio + Medienproduktion guB

Kreuzberg hilft

gefördert durch:

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