Dr. Thomas Klein

Dr. Thomas Klein

In 14 Jahren Wissenschaft, in denen ich zahlreiche Bücher und Aufsätze geschrieben, Vorträge gehalten und ein DFG-Forschungsprojekt geleitet habe, wurde ich immer unzufriedener mit meiner Arbeit. Als Film- und Medienwissenschaftler sah ich das von mir weitergegebene Wissen nur noch in der Welt der Film- und Medienwissenschaft zirkulieren, um irgendwo in diesem Netz von Kontakten meine berufliche Zukunft sichern zu können. Die Teilnahme an der Sommeruniversität 2014 öffnete mir ein Stück weit die Augen. Ich betrat eine Welt, in der es Menschen gab, die genau das machen, was mir fehlte: mein Wissen in die Gesellschaft zu tragen, also Wissenstransfer. Dass es um transmediales Erzählen und Klimawandel ging, kam mir sehr entgegen, waren dies doch aktuelle Forschungsinteressen von mir.

Ich will Projekte initiieren, in denen neue Erzählformen ausprobiert werden können. Ich bin der Überzeugung, dass gerade serielles Erzählen Möglichkeiten bietet, um Wandlungsprozesse komplex erzählen zu können. In Form von transmedialen Dramaturgien potenzieren sich diese Chancen. Die große Zahl an Dokumentarfilmen zu Klimawandel, Energie, Wasser und Ernährung, von  denen nicht wenige gesellschaftlichen Impact erreicht haben, zeigt, was im Bereich des Dokumentarfilms möglich ist. Warum sollte das nicht auch in anderen Formen möglich sein? Ist nicht eine Science-Fiction möglich, die von positiven Utopien erzählt, ohne dass es langweilig ist?

Und was habe ich mit Nachhaltigkeit zu tun? Auf der einen Seite hatte ich lange Zeit nichts damit zu tun. Ich habe mich nicht näher damit beschäftigt. Heute weiß ich, dass damit Dinge gemeint sind, die mir schon seit meiner Studienzeit wichtig sind. Meine damalige Freundin und ich gingen in den ersten Bioladen in Mainz (wo ich studiert und lange Zeit gearbeitet und gelebt habe) einkaufen – obwohl wir nicht viel Geld hatten. Seit 10 Jahren habe ich kein Auto mehr und fahre mit der Bahn oder innerstädtisch mit dem Fahrrad. Was mir aber noch viel mehr entgegen kommt an einer nachhaltigen Entwicklung ist der Gedanke der Transformation. In den letzten Jahren stellte ich mir wiederholt die Frage, warum sich so wenige Jungwissenschaftler trauen, gegen die schlichtweg  katastrophale Wissenschaftswelt zu protestieren, die v.a. keine Zukunftsplanung ermöglicht. Hier wäre eigentlich eine Transformation notwendig. Sie findet statt, aber sehr langsam und mit unnötigen Barrieren. Daraus ist für mich die Herausforderung entstanden, darüber nachzudenken wie Transformationsprozesse in ihrer Komplexität dramaturgisch verarbeitet werden können.

Arbeitsfelder: Erzählkonzepte, Transmedia Storytelling, Redaktion

Kontakt:

E-Mail: thom_klein@web.de

Tel.: 030 29 367 940

<< zurück